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platon

Inhaltsverzeichnis

Platon

Zeittafel

427. v. Chr. Geburt in Athen

431-404 Peloponnesischer Krieg

407 (?) Platon lernt Sokrates kennen

387 (?) Gründung einer Philosophenschule in Athen

368 (?) Aristoteles tritt dieser Schule bei

347 Tod Platons

Ideenlehre

Eine Idee kann als eine korrekte Vorstellung im Geist dienen. Außerdem kann die Idee abstrakte Begriffe erklären. Platon definiert die Idee zusätzlich unter dem metaphysischen Gesichtspunkt. Nach Platon ist eine Idee das Urbild einer Erscheinung, Ideen sind unteilbar und unveränderlich, wobei sich diese nur mit dem Verstand erkennen lassen. Sie verkörpert die feste Gestalt des Seins. Sie beziehen sich somit auf die grundlegenden Begriffe (Universalien).

Merkmale

Ideen spiegeln das Sein wieder (das seiend Seiende) und können so als eigenständige Entitäten existieren. Dazu zählen unter anderem die Idee des Guten und die Idee des Schönen. Diese Ideen können nur durch unsere Vernunft erkannt werden, also sind sie der Sinneswahrnehmung entzogen, weil sie nur ein abgeleitetes Sein darstellen. Den Unterschied zwischen Ideen und Sinnesdinge konkretisiert er weiter:

Ideen sind als Urbilder zu verstehen, die Sinnesdinge sind die Abbilder der Ideen. Die Sinnesdinge erhalten nur durch die Ideen eine eigenständige Entität. Weiterhin stellen die Ideen die reale Wirklichkeit dar, die Sinnesdinge hingegen nur die abgeleitete Wirklichkeit. Die Ideen sind einfach und rein, dass heißt sie sind unveränderlich. Sinnesdinge sind wegen ihrer Vielfalt veränderlich.

Sinnesdinge Ideen
durch Sinne wahrnehmbar durch Vernunft wahrnehmbar
Abbilder Urbilder
sekundäre Existenz: konkret primäre Existenz: allgemein
subjektiv objektiv
veränderlich unveränderlich
vergänglich ewig
unvollkommen vollkommen

Höhlengleichnis

Die Ideen sind nur durch unsere Vernunft wahrnehmbar. Den Erkenntnisprozess erklärt Platon anhand des berühmten Höhlengleichnis. Dieses ist ein Gedankenexperiment, wo Sokrates in Dialogform mit Glaukon und Adeimantos (den beiden Brüdern Platons) erklärt, wie wir den höchsten Erkenntnisbereich erreichen:

Es gibt Menschen, die zeitlebens in einer unterirdischen Höhle leben, von der aus ein breiter Gang zur Erdoberfläche führt. Sie sind alle mit Ketten an Nacken und Beinen gefesselt, sodass sie weder ihren Kopf zur Seite bewegen, geschweige denn sich umdrehen können. Das Einzige, was sie erblicken, ist die Felswand vor ihnen. Sie können ihren Blick weder dem Ausgang zuwenden, noch dem Feuer, das weit hinter ihnen flackert. Das Einzige, das sie wahrnehmen können, ist die Felswand vor Ihnen. Dort sehen sie lediglich die Schatten von Gegenständen, die hinter ihnen vorübergetragen und vom Schein eines Feuers als Schattenbilder an die Wand geworfen werden. Sie ahnen weder etwas von den Trägern, von dem Feuer, noch von den Gegenständen. Stattdessen halten sie die Schattenbilder für die einzig wahre Wirklichkeit.

Nun bittet Sokrates Glaukon sich vorzustellen, was geschähe, wenn einer der Gefangenen losgebunden und genötigt würde, aufzustehen, sich umzudrehen, zum Ausgang zu schauen und sich den Gegenständen selbst, deren Schatten er bisher beobachtet hat, zuzuwenden. Diese Person wäre schmerzhaft vom Licht geblendet und verwirrt. Sie hielte die nun in ihr Blickfeld gekommenen Dinge für weniger real als die ihr vertrauten Schatten. Daher hätte sie das Bedürfnis, wieder ihre gewohnte Position einzunehmen, denn sie wäre überzeugt, nur an der Höhlenwand sei die Wirklichkeit zu finden. Zum weiteren Aufstieg muss man ihn also zwingen. Nach dem beschwerlichen Weg aus der Höhle in die obere Welt wäre der Befreite vom Glanz des Sonnenlichts geblendet und zuerst noch verwirrter. Doch dann gewöhnen sich seine Augen langsam an den neuen Anblick: Er sieht die Menschen, die Gegenstände, die Pflanzen und die Welt, wie sie wirklich ist. Schließlich wird ihm bewusst, dass die Sonne die Lichtquelle ist, die die Schatten erzeugt. Nachdem er nun die wahre Wirklichkeit erkannt hat und schätzt, würde ihn nichts mehr zurück in die finstere Schattenwelt der Höhle ziehen.

Die Deutung beschreibt Platon ebenfalls in dem Höhlengleichnis. Demnach steht die Höhle für die Unterwelt, die wir mit unseren Sinnen erkennen können. Der Aufstieg ans Tageslicht entspricht dem Aufstieg der Seele von der Unterwelt der vergänglichen Sinnesdinge zur Oberwelt, wo sich nur das geistig Erfassbare befindet. Damit meint Platon die Ideen. Unter diesen rein geistigen Dingen nimmt die Idee des Guten den höchsten Rang ein, ihr entspricht im Höhlengleichnis die Sonne.

Der Erkenntisweg besteht aus vier Stufen:

  1. Übernahme fremder Meinungen
  2. Überzeugung gewinnen in Bezug auf sinnlich wahrnehmbare Dinge
  3. Dinge daraufhin betrachtet, was sie zu dem macht, was sie sind
  4. Erkenntnis der Ideen
platon.txt · Zuletzt geändert: 2021/04/05 16:17 von peter